Preisträger
Sonderpreis: "Dipolaria" - Daniel Widrig
Der Künstler:
Daniel Widrig arbeitet als Architekt und Designer. Der 30-Jährige lebt in Nürnberg und London. Nach seinem Architekturstudium an der Georg-Simon-Ohm University of Applied Sciences in Nürnberg machte er anschließend seinen Master of Architecture and Urbanism an der Londoner Architectural Association. Seit 2004 arbeitet er als Projektleiter für Zaha Hadid Architects und mit MRGD, einer mit zwei weiteren Kollegen gegründeten Plattform für digitale Formfindung und Entwurfsforschung. Dort arbeitet er in den Bereichen Architekturentwurf, digitale Designstrategien und computergestützte Form- und Gestaltfindung.
Das Werk: Dipolaria
Dipolaria ist eine experimentelle Designentwicklung, bei der organische Formfindungs- und Wachstumsprozesse digital simuliert und analysiert werden. Der Computer als generatives Designtool wird zum Entwurfspartner, der eine Vielzahl überraschender Objekte, Strukturen und Ergebnisse generiert. "Ziel ist es, diese Formen dann digital weiterzuentwickeln, sie dabei auch zu manipulieren und anwendungsspezifisch zu mutieren", so Daniel Widrig. Es geht darum, das gestalterische, architektonische und künstlerisch-ästhetische Potenzial auszuloten.
Energie & Raum
Die Faktoren Energie & Raum spielen bezüglich des Konzepts einer von natürlichen Wachstumsprozessen inspirierten Formfindung eine wichtige Rolle. Im Entstehungsprozess beeinflussen vor allem Umgebungsdruck, Lichteinfall und Zeit die Form. Je nach Kalibrierung dieser Parameter entsteht eine dichtere oder porösere, eine eher horizontale oder eine eher vertikale Struktur. So findet sich die Form des Objekts in einem selbstorganisierten Prozess. "Organische Stoffe synthetisieren sich in der biologischen Welt durch die Umwandlung von Energie. Im digitalen Experiment agieren Attraktoren als Energiequellen, die die Formfindung beeinflussen. Auch bei der anschließenden lasergesteuerten Materialisierung der generierten Objekte spielt der Faktor Energie wieder eine wichtige Rolle. Die dreidimensionale räumliche Struktur wird über eine Energie-/Lichtquelle materialisiert" (Daniel Widrig).
Kunst & Technik
"Den Computer nicht nur als Werkzeug zur Umsetzung von Ideen, sondern als generativen Partner im Entwurfsprozess einzusetzten, eröffnet ein unendliches Potential an neuen gestalterischen Möglichkeiten", so die Erfahrung Daniel Widrigs. Neue Tools und Werkzeuge aus der Welt der Technik setzt er sowohl im architektonischen als auch im künstlerischen Kontext ein. "Im konkreten Fall ist es eine Ingenieursoftware, über die interdisziplinär verwendbare Strukturen generiert werden."