Preisträger
Sonderpreis: "Mensch-Maschine" - Jörg Schütze
Der Künstler:
Jörg Schütze (38) hat zunächst sein Studium des Umweltingenieurswesens und der Verfahrenstechnik erfolgreich abgeschlossen, bevor er sich 2002 intensiver mit der Kunst beschäftigte und in Leipzig sein Studium der Medienkunst an der Hochschule für Grafik und Buchkunst aufnahm. Gleichzeitig gründete er zusammen mit Gleichgesinnten die Künstlergruppe pro:ohm. Diese entwickelt verschiedene Projekte an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und Technik, die er unter anderen Projekten in zahlreichen Ausstellungen präsentiert. In seiner Tätigkeit als Ingenieur ist er in Selbstständigkeit seit 13 Jahren an der Entwicklung von Sensoren unter anderem für das Bundesamt für Strahlenschutz beteiligt.
Das Werk: Mensch-Maschine
Die Mensch-Maschine ist eine 1,70 m hohe und 1 m breite Video-Installation, die an die Arbeiten des südkoreanischen Pioniers der Video-Kunst, Nam June Paik, erinnert. Auf einer Doppelschiene rollt eine Kugel um einen Monitor, tritt in den Monitor ein, läuft im virtuellen Raum im Monitor weiter und verlässt den Monitor wieder um den realen Raum zu betreten. Sobald die Kugel den Monitor betritt, wird per Sensor das Video, welches vorher nur ein Abbild einer "inneren" Schiene zeigt, umgeschaltet und die Kugel läuft virtuell über die "innere" Schiene. Ebenso wird ein Fahrstuhl eingeschaltet, welcher die Kugel wieder nach draußen transportiert. Per Videodarstellung wird ein ständiger Wechsel von realem und virtuellem Raum visualisiert.
Energie & Raum
Unter Einbeziehung von Energie (Lauf der Kugel) und Raum (Installation) geht es um den ständigen Wechsel von Realität und Virtualität. Zugleich wird damit die Frage aufgeworfen, in welcher Beziehung diese beiden Systeme zueinander stehen. Intention des Werkes ist es u. a., die Macht der Bilder zu hinterfragen. Angeregt werden sollen aber auch Fantasie und Vorstellungskraft, die es erst ermöglichen, das System aus Realität und Virtualität zu vervollständigen.
Kunst & Technik
"Ich stehe schon als Person und mit meiner Biografie für die Verbindung von Technik und Kunst", betont der "gelernte" Ingenieur Jörg Schütze. Um seine künstlerischen Ideen in die Tat umzusetzen, ist Technik unverzichtbar. Wichtigster Bestandteil der Mensch-Maschine ist die Sensor-Technik. Die komplett selbstgebaute Installation ist unter anderem mit einer Infrarot-Reflex-Lichtschranke versehen. In den Monitor wurde ein PC integriert.